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Lenzspitze NO-Wand
Lenzspitze 4294 m / Walliser Alpen
Erwin Kupfer
Sehr schön! 3680 m
500m /2500m
3:30 Std.
55° und3
1:30 Std. Nordost
6:30 Std. Saas Fee
1790 m
15 1 1
Routenbeschreibung:
Charakter:
Eiswand von imposantem Aussehen. Wird relativ häufig begangen, von Könnern zuweilen auch mit Skiern abgefahren. Durch die Verbindung mit dem langwierigen Abstieg über das Nadelhorn ein durchaus anspruchsvolles Unternehmen, wobei es von den jeweiligen Verhältnissen abhängt, ob die Eiswand oder der Grat die „Crux“ der Tour bildet. Die Eiswand selbst besitzt eine ziemlich gleichmäßige Neigung von 50 – 55 Grad, eine „Schlüsselstelle“ gibt es nicht. Objektive Gefahren durch Steinschlag sind an sich gering und drohen am ehesten noch im unteren Teil der Eiswand aufgrund von Unachtsamkeiten von Kletterern am Lenzspitze – Nadelhorn Verbindungsgrat. Spaltengefahr ist auf der gesamten Tour kaum gegeben.

Beschreibung:
Den Einstieg zur Eiswand bildet der Bergschrund, der auf etwa 3680 Meter erreicht wird. Dieser wird an einer günstigen Stelle (zumeist in Gipfelfalllinie oder etwas weiter rechts davon) überschritten. Nach einer knappen Seillänge erreicht man einen etwa 60/70 Meter hohen Wandabschnitt, der die Begeher aufgrund seiner zunehmenden Ausaperung vor Probleme stellen kann. Die besten Eisverhältnisse sind hier im rechten Wandteil zu finden. Nach Überwindung dieser Passage legt sich die Wand etwas zurück (45 Grad), um in der Folge in konstanter Steigung (50 – 55 Grad) zum Gipfel zu leiten. Sollten keine Steigspuren vorhanden sein, hält man sich am besten in der Gipfelfalllinie oder leicht rechts davon.

Bemerkung zu den Versicherungen:
Band- und Reepschnurschlingen zur Sicherung am Lenzspitze – Nadelhorn Verbindungsgrat. Klemmkeile und Friends können hier zur zusätzlichen Absicherung dienbar gemacht werden.

Erstbegeher / Erhalter:
Dietrich v. Bethmann-Hollweg, Otmar und Oskar Supersaxo, 7. Juli 1911 (im linken Wandteil).

Ausrüstung:
Gletscherausrüstung, Seil (50 m), Eisgeräte, Eisschrauben, Band- und Reepschnurschlingen, eventuell kleines Keilsortiment oder Friends mittlerer Größe (2 1/2, 3).

Talort:
Saas Fee

Talort Höhe:
1790 m

Stützpunkt:
Mischabelhütte

Zustieg zum Stützpunkt:
Auf markiertem Weg von Saas Fee in Richtung Westen auf die Schlucht des Torrenbachs zu, der etwa auf 1925 Meter erreicht wird. Danach den bezeichneten Weg (oben blau-weiße Markierungen) steil aufwärts, der im oberen Drittel zum versicherten Steig wird. Die Auffahrt mit der Seilbahn von Saas Fee zur Hannigalp verkürzt den Aufstieg um ca. 45 Minuten und erspart rund 500 Höhenmeter. Der freundliche Hüttenwirt Peter Lomatter erteilt gerne Auskünfte über den Zustand der Eiswand (Tel.: 027/9571317). Telefonische Voranmeldung zwecks Hüttennächtigung ist empfehlenswert.

Gehzeit zum Stützpunkt:
4 Std.

Höhe des Stützpunktes:
3340 m

Anreise / Zufahrt:
Von Visp im Rhonetal mit Auto oder Bus über Stalden (Abzweigung) in das Saaser Tal und nach Saas Fee (Parkgarage, Busstation).

Zustieg zur Wand:
Von der Mischabelhütte am anfangs bezeichneten Steig den Felskamm aufwärts, bis auf etwa 3540 Meter der Hohbalmgletscher erreicht wird. Hier zunächst dem Gletscherpfad in Richtung Windjoch folgen, bis dieser nach rechts abbiegt. Ab dort hält man sich nach links auf die Wand zu, die ohne besondere Schwierigkeiten beim Bergschrund auf 3680 Meter erreicht wird. Der Zustieg bietet im Allgemeinen keine Probleme. Wohl aber kommt es öfter vor, dass Nebelschwaden im Becken des Hohbalmgletschers festsitzen und die Orientierung erschweren. Ortsunkundigen sei daher empfohlen, am Vortag bis zum Gletscherrand aufzusteigen (1/2 Stunde), von wo aus man Zustieg und Einstieg in die Wand genau studieren kann.

Höhe Einstieg:
3680 m

Abstieg:
Von der Lenzspitze hält man sich am Grat in nordwestlicher Richtung auf das Nadelhorn zu. Auf 4209 Meter wird das Nadeljoch (auf der Schweizer Landeskarte „Stecknadeljoch“) erreicht. Der Gratabschnitt bietet bis dahin kombinierte Kletterei (Stellen 2 – 3) in ausgesetztem Terrain, das bei Vereisung oder größeren Schneemengen die Kletterer vor ernsthafte Probleme stellen kann. Ab dem Nadeljoch wird der Fels dann zunehmend besser und bietet schließlich schöne Kletterei in gutem Fels (Stellen 3). Allerdings ist die Wegfindung in diesem Abschnitt nicht immer eindeutig, was Aspiranten zuweilen zu Verhauern verleitet hat. Eine detaillierte und leicht nachvollziehbare Beschreibung zur Wegfindung auf diesem Gratabschnitt findet sich jedoch im Buch von Richard Goedeke „4000er. Die Normalwege“. Der Abstieg vom Nadelhorn (4327 Meter) gestaltet sich in der Regel problemlos. Man steigt zuerst durch leichtes Kombigelände (1) steil ab und hält sich in der Folge am deutlich ausgeprägten Grat in Richtung Nordosten auf das Windjoch (3850 Meter) zu. Kurz vor Erreichen des Windjochs mündet rechts der Gletscherweg vom Hohbalmgletscher her ein, den man hinunter ins Gletscherbecken folgt, wo schließlich wieder der Zustiegsweg erreicht wird.

Beste Jahreszeit: Mai Juni Juli

Kartenmaterial:
Landeskarte der Schweiz Nr. 1328 („Randa“)

Bemerkungen:
Frühe Begeher (Mai, Anfang Juni) sehen sich häufig mit widrigen Verhältnissen am Lenzspitze – Nadelhorn Verbindungsgrat konfrontiert, wogegen die besten Verhältnisse am Grat zumeist dann herrschen, wenn die Wand zunehmend blank und aper wird. Hier gilt es also, den besten Kompromiss zu finden.

Infostand:
31.07.2007

Legende
Schwierigkeit
Ausrichtung
Absicherung
Schönheit
Zustieg
Abstieg
Routenlänge
Kindereignung
Seillänge
Klemmkeile
Friends
Expresschlingen
Höhe Einstieg
Talort
 Snowboardeignung
 Aufstieg
 Beste Jahreszeit
Photos
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