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Ortler Normalweg
Ortler 3905 m / Ortler-Alpen
Erhard Mitsche
Sehr schön! Alpin!
875m
5 Std.
3+
3 Std. Nord
6 Std. Nein! 23 1 1
1X 50m 3
Keine Keine
Routenbeschreibung:
Charakter:
Schon vom Reschensee ist die weiße Kuppe von „König Ortler“ gut zu sehen, er ist eines der Wahrzeichen in den Ostalpen und wird deshalb auch sehr häufig bestiegen. Der Normalweg auf diesen Eisriesen verläuft über die Payerhütte und stellt vor allem Anforderungen an die Trittsicherheit im leichten Schroffengelände (1 – 2 Schwierigkeitsgrad, kurze Stelle 3+) und verlangt sicheres Gehen im steilen Firn bzw. Eis (kurze Stellen bis 40°). Ortleraspiranten sollten nur bei sicherem Wetter starten, der Felsgrat ist bei Schneelage heikel, auf dem flachen Ortlerplateau kann man sich leicht verirren. Gesamt aber eine der besten Hochtouren in den Ostalpen, bei der nach dem 5-stündigen Aufstieg ein grandioser Ausblick in die Gletscherwelt wartet.

Beschreibung:
Von der Payerhütte auf gut sichtbaren Steigspuren auf dem sog. "Felsenweg" in der Nordwestflanke der Tabarettaspitze (oft vereist), später über eine Scharte in die Südostseite wechseln.
Auf Steigspuren weiter in die Scharte der nächsten Erhebung, wobei man vorwiegend auf der Südseite klettert und nur teilweise kurze Stellen in die Nordseite wechselt. Auf der Südseite weiter über die nächste Erhebung zum Fuß des sog. "Wandl". Dieses Wandstück ist mit Ketten klettersteigmäßig versichert, was ein schnelles höher kommen garantiert.
Dann noch 100 m den Grat folgend zur nächsten Scharte, wo der Grat wieder steiler wird. Dort sind die technischen Hauptschwierigkeiten. Bei einem Bohrhaken (Stand) einige Meter nach rechts queren und bei einem Haken direkt hinauf zum Standplatz mit zwei Bohrhaken (3+). Dann noch einige Meter ausgesetzt dem Grat folgend, bis man zu einem geräumigen Plateau gelangt, wo die Steigeisen angelegt werden. Einige Meter im Fels zu einer Scharte absteigen und anschließend im Sinne des Aufstieges nach rechts in die Firnflanke queren. Dieses Steilstück des Grates wird im weiten Bogen rechts umgangen (Bärenloch - Vorsicht in diesem Bereich Seracs!) und nach überschreiten eines Felsriegels (7m; 3+) erreicht man die Biwakschachtel des Lombardi Biwaks (3316 m). Vom Biwak vorwiegend den Firnrücken aufwärts (teilweise bis 35-40° steil!) auf das Gipfelplateau (die Steilheit der Firnflanke nimmt nach oben hin immer mehr ab). Auf dem flachen Plateau (Spalten!) in einem weiten Rechtsbogen zum Gipfel des Ortlers (3905 m).


Ergänzung zu den Schwierigkeiten:
Kurze Stelle 3+, meist 1 - 2, Firn u. Eis bis ca. 35-40° - viel Gehgelände.

Bemerkung zu den Versicherungen:
Es gibt eine lange Kette und div. Haken und Abseilstellen.

Ausrüstung:
Gletscherausrüstung inkl. einer Eisschraube je Teilnehmer, 2 lange Bandschlingen, kurze Bandschlingen, 2 Schraubkarabiner, 3 Normalkarabiner und einen Helm.

Talort:
Sulden

Talort Höhe:
1900 m

Stützpunkt:
Payerhütte

Zustieg zum Stützpunkt:
Von Sulden über die Tabarettahütte (2556 m) zur Payerhütte (3029 m) aufsteigen - dort wird in der Regel genächtigt.

Gehzeit zum Stützpunkt:
3 Std.

Höhe des Stützpunktes:
3029 m

Anreise / Zufahrt:
Über den Reschenpaß ins Vintschgau und bei Sponding in Richtung Stilfserjoch bis zur Abzweigung nach Sulden in Gomago. Von dort nach Sulden - im Ort parken.

Zustieg zur Wand:
Von Sulden über die Tabarettahütte (2556 m) zur Payerhütte (3029 m) aufsteigen (ca. 3 Std.) - dort wird in der Regel genächtigt.

Höhe Einstieg:
3029 m

Abstieg:
Wie Aufstieg zurück zur Payerhütte.

Beste Jahreszeit: Juni Juli August September

Kartenmaterial:
Tabacco Nr. 08 Ortler-Cevedale Ortlergebiet, 1:25000
Kompass: Vintschgau Val Venosta Nr. 52 1: 50.00

Bemerkungen:
Es handelt sich um eine schwierige - bei Wettersturz und Vereisung sogar um eine sehr schwierige, hochalpine Gletschertour! Im Fels sind Schwierigkeiten II Grades zu bewältigen (kurze Stelle 3+), im Eis Steilpassagen bis 40°. Oben auf dem Gletscher braucht man einen guten Orientierungssinn (vor allem bei Nebel - Kompass oder GPS mitnehmen. Vorsicht auf Spalten).

Durch den starken Gletscherrückgang ändern sich die Verhältnisse fast jährlich!

Zeiten:
Sulden – Payerhütte 3 Std
Payerhütte – Gipfel 4 -6 Std
Gipfel – Payerhütte 3-4 Std (ab hier Ende der Schwierigkeiten)
Payerhütte – Sulden 2,5 Std (ab der Payerhütte führt ein guter Wanderweg zurück ins Tal)

Infostand:
08.07.2008

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